Ja, ich habe so eine richtige Wolle.
Über das Thema “Kleidergrössenwahl durch Modehersteller” kann ich schon gar nicht reden, ohne einen hochroten Kopf zu kriegen. Wenn sogar meine überschlanke Mutter in gewissen Shops eine Grösse 44 braucht, stimmt einfach etwas nicht mehr.
Aber darum geht es heute nicht. Wenn auch in eine ähnliche Richtung.
Da sich in unserer Laufgruppe für den Pink-Ribbon Walk einige übergewichtige Damen befinden, habe ich beim OK angefragt, ob die zur Verfügung gestellten pinken T-Shirts auch in grösseren Grössen verfügbar sind. Die lapidare Antwort:
Leider haben wir keine Übergrössen, nur L, kein XL. Wenn dies Ihnen zu klein ist, wären wir froh, wenn Sie selber welche organisieren könnten. Tut uns leid!
Mindestens ein Drittel der Schweizer Bevölkerung ist leicht bis extrem übergewichtig. Es gibt verschiedenste Zahlen-Angaben, wie viele Schweizer pro Jahr an Krebs erkranken. Es sind auf jeden Fall viele, zu viele. Es gibt statistisch nachgewiesene Zusammenhänge zwischen Übergewicht und Krebserkrankungen. Und trotzdem scheint das OK des Laufes davon auszugehen, dass nur schlanke Frauen an Brustkrebs erkranken? Oder dass nur schlanke Frauen diesen Lauf unterstützen wollen? Wobei im gleichen Atemzug betont wird, es ginge beim Lauf nicht ums gewinnen, sondern darum, dass alle mitmachen können.
Ich finde das – gelinde gesagt und weil ich hier das S-Wort nicht verwenden will – bescheiden. In Pink auf die Strasse zu gehen, ist jenseits von Kleidergrösse 40 sowieso ein Risiko. Arg schnell wirkt man in Pink wie Schweinchen Dick. Aber zugunsten eines guten Zwecks würden wir dies tun. Und dann kriegt man eine solche Antwort. Welche abgesehen davon auch aus Spenden-Einnahme-Sicht schwachsinnig ist. Stellt euch mal vor, wie viele Frauen sich potenziell zusätzlich an diesen Lauf getrauen würden, wenn sie auf der Website des Laufs nicht nur Ex-Missen, sondern auch ganz normale Frauen mit Speckröllchen sehen würden!
Es ist eine weitere Nebenwirkung des Sports: ich kann und ich will solche Dinge nicht mehr einfach hinnehmen – ich finde es ungerecht und sogar leicht diskriminierend, wenn so gedacht und gehandelt wird. Schliesslich erhalte ich keine Reduktion auf mein Startgeld, obwohl mir KEIN passendes T-Shirt zur Verfügung gestellt wird (davon gehe ich zumindest aus). Und so habe ich heute ein richtig säuerliches Mail an dieses OK gesandt. Ich will solche Dinge, die mich nachhaltig hässig machen, rauslassen. Und sie nicht mehr – sprichwörtlich – in mich hineinfressen. Das habe ich viel zu lange getan.
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Ich kenne das Problem, obwohl ich nur leicht übergewichtig bin. Aber wenn man wegen so etwas aufhören würde, dann würde man sich selber schon fast aufgeben.
Im Sport Xxx habe ich schon Funktionsbekleidung in grossen Grössen gesehen (nicht viel und auch nicht eine riessige auswahl aber ein anfang). Das fand ich super, aber leider hab ich eigendlich keinen Sport Xxx in der Nähe.
Liebe Ramona
Man kann ja auch in normalen Baumwoll Shirts trainieren, das ist nicht das Problem. Schade finde ich es trotzdem. Muss aber in diesem Fall mal in einem Sport X vorbeischauen – das letzte Mal, als ich in einem war, habe ich nix entdeckt, muss ich wohl genauer schauen
Wünsche dir einen schönen Sonntag!
Klar, deswegen geben wir natürlich nicht auf
Ich fand diese in Buchs (SG). War auch das erste mal. Und bei Tchibo gibt es das meiste immerhin bis XL, 46, ist auch ein anfang.
Da passen wir dann hoffentlich bald rein
Mit dieser Erfahrung stehst Du nicht alleine. Bei diversen Läufen – ich bin auch noch übergewichtig – habe ich immer wieder nachgefragt, ob ich das T-Shirt in 3XL oder wenigstens XXL haben könne. Nebst den üblichen mehr oder weniger beschwichtigenden Worthülsen-Antworten war diese dann doch etwas dick aufgetragen:
«Nein, brauchen wir nicht. Wer joggt, ist ja eh schlank.» Scheinbar ist bei einigen Zeitgenossen das Gehirn schlanker, als dies der Intelligenz gut tut.
Dennoch: weiterjoggen und vor allem weiter reklamieren. Denn für uns «gewichtigen» Menschen ist ein Aufraffen zum Sport etwas mühsamer, als für den Rest der schlanken Welt.
Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass gerade Sportkleider sehr nahe auf die Figur geschnitten sind. Dass man diese also noch grösser kaufen müsste, als normale Kleider. Und da hört es eben schnell auf, gerade bei den Marken-Klamotten, auch auch sonst.
Ja, Sportler müssen schlank sein.
Ich kann ja die Problematik der Sportartikel-Hersteller schon nachvollziehen – man will ja bei der ultrasportlichen Kundschaft keine Imageverlust erleiden, indem Fettmöpschen auch die gleichen Kleider tragen können. Aber wenn es sich herumsprechen würde, dass XY jetzt auch Sportkleider in Übergrössen anbietet, sähe ich darin doch mehr Kaufpotenzial statt Imageschaden-Potenzial. Aber ich bin natürlich voreingenommen
Als Neuling bei Läufen finde ich dein Feedback sehr spannend, das scheint also ein weiter verbreitetes Problem zu sein. Wie löst du denn dieses Problem? Einfach immer eigene Shirts anziehen?
Das würde mich auch gewaltig nerven!
Ich bin ja eher temperamentvoll. Und musste meinem Ärger einfach Luft machen! Die Reaktionen zeigen auch, dass ich nicht die Einzige bin, welche sich nervt!
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